Prof. Dr. Ingrid Thea Miethe

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Frauen in der DDR-Opposition
Lebens- und kollektivgeschichtliche Verläufe in einer Frauenfriedensgruppe

Ingrid Miethe
Verlag Leske + Budrich, Reihe Forschung - Politikwissenschaft, Band 36, Opladen 1999, ISBN 3-8100-2495-3

 

Frauen in der DDR-Opposition

Das Buch untersucht anhand von Interviews und Gruppendiskussionen Beginn, Verlauf und Ende einer sozialen Bewegung.

Am Beispiel einer Frauenfriedensgruppe der DDR geht das Buch der Frage nach, wie es überhaupt dazu kommt, dass Frauen sich in einer Gruppe zusammenschließen, gemeinsam politisch handeln und so genannte soziale Bewegungen konstituieren und in anderen Situationen wieder individuelle Wege einschlagen, sich politisch zurückziehen oder nur noch punktuell zusammenfinden. Empirische Basis sind eine Gruppendiskussion sowie lebens- und familiengeschichtliche Interviews, die als hermeneutische Fallrekonstruktionen ausgewertet wurden.

Bei der Untersuchung werden Parallelen zur westdeutschen 68er Generation deutlich: Es handelt sich um dieselbe Geburtskohorte und die politische Aktivität stellt die Bearbeitung eines Generationenkonfliktes zwischen den Frauen und der in den Nationalsozialismus involvierten Elterngeneration dar. Deutlich wird auch die große Bedeutung familialer Gewalt für den Zusammenschluss in einer Frauenfriedensgruppe.


 

Inhalt

Einleitung und Problemstellung

1. Bisherige Forschungsperspektiven

1.1 Forschung über Opposition und Bürgerbewegungen der DDR
1.1.1 DDR-Opposition im Kontext Ostmitteleuropas
1.1.2 DDR-Opposition im Kontext der vergleichenden Diktaturforschung
1.1.3 DDR-Opposition im Kontext (Neuer) Sozialer Bewegungen
 
1.2 DDR-Opposition in geschlechtsspezifischer Perspektive
 
1.3 Bewegungsforschung und politischer Akteur
1.3.1 Framingkonzepte
1.3.2 Modulationsvorgänge
1.3.3 Methodologische Konsequenzen
 
1.4 Biographie- und Bewegungsforschung

2. Das Forschungsdesign

2.1 Methodologische Anlage der Untersuchung
 
2.2 Die Etappen des Forschungsprozesses
2.2.1 Die erste Erhebungs- und Auswertungsphase
2.2.2 Die Bildung eines theoretischen Samples
2.2.3 Die zweite Erhebungs- und Auswertungsphase

3. Kontextbeschreibung und kollektive Handlungsrahmen

3.1 Kontextualisierung
3.1.1 Die unabhängige Friedensbewegung der DDR
3.1.2 Versuch einer Szenebeschreibung
3.1.3 Umgang mit der nationalsozialistischen Vergangenheit in der DDR
 
3.2 Kollektive Handlungsrahmen
3.2.1 Die Frauenfriedensgruppen der DDR
3.2.2 Die Auswertung der Gruppendiskussion

4. Die Rekonstruktion von Lebensgeschichten in Einzelfallanalysen

4.1 Ulrike Buchenwald
4.1.1. Die Datengrundlage
4.1.2 Die politische Aktivität im Kontext der Familiengeschichte
4.1.3 Die Genese der biographischen Grundstruktur
4.1.4 Der Beginn der politischen Aktivität
4.1.5 Die Frauengruppe
4.1.6 Das Ende der politischen Aktivität
4.1.7 Zusammenfassung
 
4.2 Helga Schlesinger
4.2.1. Die Datengrundlage
4.2.2 Die Verbindung von politischer Biographie und Familiengeschichte
4.2.3 Die Verbindung von Politik und Angst
4.2.4. Zusammenfassung
 
4.3 Sophie Leon
4.3.1 Die Datengrundlage
4.3.2 Die Verbindung von politischer Biographie mit der Familiengeschichte
4.3.3 Die Genese der biographischen Grundstruktur
4.3.4 Der Beginn der politischen Aktivität
4.3.5 Die Frauengruppe
4.3.6 Die Gegenwartsperspektive und Politik heute
4.3.7 Zusammenfassung

5. Kontrastiver Vergleich und theoretische Verallgemeinerungen

5.1 Typologie
5.1.1 Der erste Typus: Auseinandersetzung mit der Familiengeschichte im NS
5.1.2 Der zweite Typus: Auseinandersetzung mit dem Erleben von Repressionen in der SBZ / DDR
5.1.3 Der dritte Typus: Auseinandersetzung mit familialer Gewalt
5.1.4 Bedeutung der einzelnen Typen für die kollektive politische Aktivität
 
5.2 Grenzen und Spielräume des kollektiven Handlungsrahmens
5.2.1 Gruppenprozesse vor 1989
5.2.2 Der Herbst 89 als kollektiver nichtintendierter Rahmenbruch
5.2.3 Politische Aktivität im vereinigten Deutschland als Grenze der Rahmentransformation
 
5.3 Der Gruppentypus: Die 89er als 68er des Ostens.
 
5.4 Zusammenfassung
 
5.5 Geltungsbereich und weiterführende Fragestellungen

Bibliographie

Anhang

Übersichtstabellen

Abkürzungen

Transkriptionszeichen

Dank

Kurzangaben zum Lebenslauf

 


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