Prof. Dr. Ingrid Miethe

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Grundbegriffe der Erziehungswissenschaft

 

Pädagogik (von griechisch "país" = Kind und "ágo" = ich führe, leite) war ursprünglich bzw. im vorwissenschaftlichen Verständnis die theoretische und praktische Beschäftigung mit Fragen der "Kindererziehung". Heute umreißt der Begriff eher unscharf jenes wissenschaftliche Arbeitsgebiet, auf dem man sich vor allem mit Fragen der Entwicklung und Begründung von Zielen der Erziehung und Ausbildung (bzw. des Unterrichts) befasst.

 

Als Erziehung bezeichnet man alle bewussten und gezielten (= intentionalen) Handlungen und Verhaltensweisen eines relativ erfahreneren Menschen (= Erzieher, Educans), die einem jeweils weniger Erfahrenen (= Zögling, Educandus) Kenntnisse, Wertorientierungen, Fertigkeiten und Fähigkeiten vermitteln sollen. In pädagogischer Verantwortung geht es letztendlich darum, die zu Erziehenden schrittweise zu selbstbestimmten Handeln zu führen.

Markante Merkmale des Erziehungsbegriffs:

 

Erziehungswissenschaft(en) ist heute eine Sammelbezeichnung für jene Disziplinen, die sich theoretisch und praktisch sowie unter Anwendung wissenschaftlicher Methoden mit Fragen der Erziehung und Ausbildung beschäftigen.

 

Mit Bildung ist heute meist all das gemeint, was der Mensch durch die Beschäftigung mit Sprache und Literatur, Wissenschaft und Kunst zu gewinnen vermag, durch die erarbeitende und aneignende Auseinandersetzung mit der Welt schlechthin. Im Unterschied zum Erziehungsbegriff zielt der Begriff der Bildung eher auf die Seite der Belehrung, damit auch des Unterrichts. Dabei darf allerdings nicht übersehen werden, dass dem Begriff der Bildung, so wie er in der deutschen Literatur etwa seit Mitte des 18. Jahrhunderts zur Ausprägung gekommen ist, ein emphatisches Schwergewicht innewohnt, das ihn über den Rahmen eines wissenschaftlichen Terminus weit hinausdrängt. Denn hier wurde 'Bildung' mit deutlich religiösem oder pseudoreligiösem Akzent zum Inbegriff der Selbstverwirklichung des Menschlichen im Menschen. (vgl. Schwenk in Lenzen 1989: 208-212)

 

Sozialisation
"Sozialisation bezeichnet den Prozess der Entstehung und Entwicklung der Persönlichkeit in wechselseitiger Abhängigkeit von der gesellschaftlich vermittelten sozialen und dinglich-materiellen Umwelt" (Hurrelmann 1995: 70) Zum zentralen Thema wird dabei die Frage, wie der Mensch zu einem gesellschaftlich handlungsfähigen Subjekt wird.

Markante Merkmale des Sozialisationsbegriffs:

 


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