Prof. Dr. Ingrid Miethe

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Hinweise zum Erstellen des Forschungsberichts

Modul: Einführung in Forschungsmethoden

1.    Begründung der gewählten Forschungsmethode

Dies bedeutet, dass Sie ausgehend von Ihrer konkreten Fragestellung begründen, warum Sie sich für welche Forschungsmethode entschieden haben. Dies betrifft sowohl die Methoden, die zur Datenerhebung eingesetzt wurden, als auch die gewählte Auswertungsmethode. Um dies wirklich begründen zu können, ist es notwendig, dass Sie auf die entsprechende Fachliteratur (zu Forschungsmethoden) eingehen. Auf der Grundlage dieser Literatur müssen Sie die Vorteile und den Nutzen (ggf. in Abgrenzung zu anderen Methoden) der gewählten Methode begründen.

2.    Entwicklung von Fragestellung, Forschungsmethode und Forschungsdesign

Erfahrungsgemäß ergeben sich im Laufe des konkreten Forschungsprozesses immer wieder Veränderungen des ursprünglichen Settings. Interviewpartner stehen nicht zur Verfügung, die Fragestellung bearbeitet ein Problem, das gar nicht in der Form existierte, auf den Fragebogen erfolgte keinerlei Rücklauf usw. usf. Dies ist vollkommen normal und passiert auch erfahrenen Forschenden! Wichtig ist nur, dass Sie transparent machen, warum (aufgrund welcher Ereignisse oder Erkenntnisse) Sie Ihr Forschungssetting wie verändert haben. Die "Irrungen und Wirrungen" des Forschungsprozesses sind also keine "Fehler", sondern Teil des Prozesses und damit auch des Abschlussberichtes. Allerdings sollten Sie nicht nur "Irrungen und Wirrungen" darstellen, sondern auch tatsächlich zu Ergebnissen kommen.

3.    Beschreibung des Samplings

Welches ist ihre Zielgruppe? Wie haben Sie warum welche Personen(gruppe) untersucht? Wie viele Personen (aus welcher Gesamtgruppe) wurden wie untersucht? Denken Sie dabei an Begriffe wie: "theoretisches Sampling", "minimaler und maximaler Vergleich", "Repräsentativität".

4.    Kurze Darstellung der gewählten Erhebungs- und Auswertungsmethoden

Diese Darstellung muss nur für die Methoden erfolgen, mit denen Sie letztlich tatsächlich gearbeitet haben. Diese Methoden müssen

5.    Selbstreflexion

In jedem Forschungsprozess sind Sie selbst Teil desselben, d.h. mit Ihrer Anwesenheit verändern Sie das untersuchte Feld (in unterschiedlichem Ausmaß) mit. Von daher: Wie wurde das Feld von Ihnen beeinflusst? Wie sind Sie methodisch mit diesem Problem umgegangen?
Zum anderen gehen Sie auch eine Forschungsbeziehung mit den Untersuchten ein, die Selbstreflexion erfordert: Deshalb: Vergegenwärtigen Sie sich zu Beginn der Untersuchung bewusst Ihre eigenen Erwartungen und Phantasien an die Interviewten und beobachten Sie, ob und wie sich diese warum veränderten. Gab es Unsicherheiten, Probleme? Interpretieren Sie ihre eigenen Wahrnehmungen (Auswertung der Forschungstagebücher)!

6.    Natürlich gehören auch die eigentlichen Ergebnisse in den Bericht!

Diese sollten sogar einen Großteil des Berichtes einnehmen (ca. 50%). An dieser Stelle lässt sich aber schwer ein allgemeiner Hinweis geben, da je nach Forschungsansatz die Darstellung der Ergebnisse sehr verschieden sein kann. Sie sollten dies deshalb in Ihren Forschungsgruppen individuell mit uns besprechen. Prinzipiell ist es jedoch hilfreich im Kopf zu behalten, dass Art und Reihenfolge der Auswertung nicht unbedingt auch die der Darstellung sein muss. Der Aufbau der Darstellung sollte sich an der Leserschaft orientieren, d.h. wie kann ein Thema so dargestellt werden, dass es für Außenstehende möglichst gut nachzuvollziehen ist. Achtung! Das bedeutet auch, dass Sie viele Dinge schreiben müssen, die Ihnen als "Insider" selbstverständlich vorkommen. Auch eine gewisse (didaktische) Dramaturgie der Darstellung ist legitim und sogar gewünscht. Schließlich möchten die LeserInnen gerne spannende Berichte lesen.

7.    Formal muss der Forschungsbericht den Anforderungen an eine wissenschaftliche Arbeit entsprechen.

Am einfachsten besorgen Sie sich bei Frau Kaiser den "Leitfaden zum Verfassen einer Diplomarbeit". Darin sind die wesentlichen Punkte zusammengefasst. Fast müßig zu sagen, aber sicherheitshalber doch: Die Arbeit muss natürlich eine ordentliche Bibliographie enthalten.
Sie haben prinzipiell die Möglichkeit, zwischen zwei Varianten des Forschungsberichts zu wählen:
  1. Sie können den Bericht als "Gruppen-Forschungsbericht" erstellen. Das bedeutet, dass Sie sich die Arbeit des Berichtschreibens nach dem gemeinsamen Erstellen einer Gliederung aufteilen können. Als Orientierungswert gilt dabei ca. 15 Seiten pro Person. Die Benotung erfolgt dabei für die Gesamtgruppe.

  2. Sie können den Bericht aber auch jeweils alleine als eigenständigen Forschungsbericht verfassen. In diesem Fall müssen Sie alle oben genannten Punkte alleine bearbeiten und es erfolgt eine Einzelbenotung. Für diesen "Einzelbericht" gilt der Orientierungswert von ca. 25 Seiten.

8.    In den Anhang kann bzw. muss auch noch einiges gepackt werden, nämlich:

 


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